August 1999 - Patent: Neues Schmiersystem Rad/Schiene


Die Firma REBS Zentralschmiertechnik GmbH unterhält enge Kontakte zum Forschungs- und Technologie-Zentrum der deutschen Bahn AG. In diesem Zusammenhang erschien in der Zeitschrift BahnTech 2/99 ein Artikel unter dem Titel "Wohl dosiert durch Kurven":

Wenn Eisenbahnräder durch Kurven rollen, gibt es Reibung und Verschleiß. Das Problem, das so alt ist wie das System Bahn, wird durch den Einsatz von Schmierstoffen gemildert. Sie sorgen dafür, daß die physikalisch bedingten Kräfte - gemessen mit dem Reibungskoeffizienten - gemindert werden. Für das alte Thema gibt es nun neue Lösungen: Eine gemeinsame Erfindung aus dem Forschungs- und Technologie-Zentrum der DB AG und der Firma REBS, Ratingen, optimiert den Schmierstoff-Einsatz - effizient und umweltschonend.

Das Problem der verschleißmindernden Schmierung von Spurkränzen der Eisenbahnräder und der Schienen beschäftigt die Experten seit langem: Zu viel des Guten kann bedeuten, daß die Kraftübertragung zwischen den Antriebsrädern des Schienenfahrzeugs und den Gleisen zu stark vermindert wird. Zu wenig Schmierung dagegen erhöht den Verschleiß an Rädern und Schienen. Hinzu kommt die Umweltbelastung: Zu viel Schmierstoff sammelt sich im Gleiskörper an und führt zu ökologischen Belastungen.

Seit langem werden deshalb Versuche unternommen, statt einer Schmierung praktisch nach dem Gießkannenprinzip nur dort gezielt die Schmiermittel einzusetzen, wo sie tatsächlich gebraucht werden. Die bereits patentierte Erfindung bietet nunmehr die optimale Dosierung. Erreicht wird dies durch Datenträger im Gleis, die den Lokomotiven der fahrenden Züge exakt vor den kritischen Stellen den Impuls zur Abgabe von Schmierstoffen geben.
Diese Signalgeber können so installiert werden, daß ein gewisser technischer Vorlauf berücksichtigt wird: So wird der "Befehl" zum Schmieren nicht erst in einer Kurve abgegeben, sondern vorher, damit an den entscheidenden Stellen wirklich alles wie geschmiert läuft.

Die dafür notwendige Technik ist relativ einfach und kostengünstig. Im Gleis wird lediglich ein passiver Transponder installiert, der keine eigene Stromversorgung braucht. Vom Triebfahrzeug aus wird regelmäßig ein magnetischer Hochfrequenz-Suchimpuls abgegeben. Wenn dieser auf den Transponder stößt, gibt der ein Identifizierungssignal ab. Und das kann dann den Befehl zum Schmieren auslösen.

Dabei ist es technisch machbar, diesen Schmierbefehl genauer zu präzisieren - etwa mit der Information "Beginn linke Kurve" oder "Beginn rechte Kurve" oder "Ende der Kurve". So wird erreicht, daß nicht das komplette Gleis geschmiert, sondern nur die jeweilige im Kurvenverlauf betroffene Schiene geschmiert wird. Machbar ist es auch, bei der Abgabe des Steuersignals die Geschwindigkeit des Schienenfahrzeugs zu berücksichtigen. So läßt sich die Schmierstoffmenge auch an die jeweiligen Betriebsbedingungen anpassen.

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